well, he was a talk show on two legs, wasn’t he?

Info3 has an interesting interview with Miriam Gebhardt who is the author of one of three Steiner biographies published recently. The whole interview is well worth reading, but here are two replies which caught my attention:

Gibt es etwas, was Ihnen bei Steiner richtiges Kopfschütteln verursacht hat?

Ich bin grundsätzlich nicht so glücklich mit der Idee der Perfektionierung des Menschen, gleich auf welchem Gebiet. Die Idee bestimmter Entwicklungszyklen, bei denen wir uns selbst am liebsten ganz oben verorten, passt für mich nicht in eine moderne, pluralistische Gesellschaft. Die Idee, dass wir nicht durch gesellschaftliche Herkunft oder Vererbung bestimmt sind, sondern durch Arbeit an uns selbst etwas zur Entfaltung bringen können, hatte ursprünglich etwas Befreiendes, aber es liegt auch eine Falle darin, dass wir nämlich ständig unter dem Druck einer Selbstperfektionierung stehen.

[…]

In Ihrem Buch schreiben Sie, Sie könnten ihn sich heute gut als Gast in Talkshows vorstellen. Wie kommen Sie darauf?

Weil er, wenn er dort sitzen würde, Antworten aus bestimmten akuten Fragesituationen heraus finden könnte. Vermutlich hätte er heute auch einen Blog und eine Seite bei Facebook. Deshalb halte ich es auch nicht für richtig, ihn orthodox zu behandeln und seine Antworten von damals eins zu eins auf die Gegenwart zu übertragen. Man sollte ihm zugestehen, dass er heute viele Dinge anders sehen würde, als er sie damals gesehen hat.

‘Steiner würde heute in Talkshows sitzen’.

2 thoughts on “well, he was a talk show on two legs, wasn’t he?

  1. Or she doesn’t quite believe in Wibke’s claims. It would be reasonable to doubt them. Unless we assume Rudi’s spirit is regressing instead of progressing for each incarnation…

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