‘he had become an anthroposophist!’

‘[Tore] blieb nicht bei Kierkegaard stehen; auch das war bloß eine Station auf dem Weg; einmal mehr ging er weiter. Und wohin? Ich war entsetzt, als ich entdeckte, dass er noch eine Treppe tiefer in die Opiumhöhle hinabgestiegen war: Er hatte sich auf Rudolf Steiner eingelassen, er war Anthroposoph geworden!

‘Ich sah darin eine noch größere Schande, als sich Kierkegaards Religion hinzugeben; Kierkegaard war doch zumindest ein faszinierneder Künstler, ein Charmeur, ein hinreißend leidenschaftlicher Mensch. Aber was war denn schon die Anthroposophie? War das nicht ein Gemisch aus östlichen Opiumgesichten unde westlichem Christentum, mit einer passend konfusen und klebrigen deutschen Metaphysick zusammengapappt — und als Garnitur oben auf dem Sandwich eine pikante Mayonnaise aus moderner Wissenschaftlichkeit? Wie konnte Tore — mit seiner Kristallkugel von Gehirn — dieser deutscher-tibetanischen Gedankenverwirrung zum Opfer fallen?’

André Bjerke, Das Ärgernis Rudolf Steiner, Pforte 2004, p 23.

‘Tore’ is the Norwegian anthroposophist Karl Brodersen.

André Bjerke, a Norwegian author, ended up becoming an anthroposophist himself; a rather prominent one, at that. He wrote poetry, crime fiction but also essays and non-fiction, and served as an editor of anthroposophical publications. In addition, he translated foreign language literature to Norwegian: Oscar Wilde, several works by Shakespeare, Molière’s The Misanthrope, Goethe’s Faust, Poe, Schiller, Heine, Rilke, Shaw and more.

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