more steiners

Ramon Brüll writes:

Ich selbst habe lange, wie es die meisten Anthroposophen tun, mit diesem „schönen“ Steiner-Bild sympathisiert, es für das einzig richtige gehalten. Als Kritiker sich zu Wort meldeten, die in den Vorträgen und Veröffentlichungen Steiners rassistisches Gedankengut ausmachen zu können meinten, habe ich sie für unseriöse Spinner, ihre Verlautbarungen für pure Diffamierung gehalten. Die paar wenigen Zitate, zumal aus dem Zusammenhang gerückt – alles nur Missverständnisse, am Wesentlichen vorbeiargumentiert. Eigentlich meinte Steiner das ja nicht so, konnte das gar nicht so meinen … – Sie kennen das! Bei Anthroposophen, für die Steiner wichtige Anregungen gegeben hat, die sich intensiv mit dem Werk, mit den Anliegen der Geisteswissenschaft beschäftigt und verbunden haben, stellen sich solche Argumentationen reflexartig ein. – Und doch bohrt da etwas. Ich komme um die Tatsache der belastenden Zitate, wie sie Martins in seinem Buch und vorher andere in Untersuchungskommissionen, Streitschriften und Memoranden gesammelt haben, nicht herum. Ist das ein Widerspruch? Zwei Seelen in meiner Brust, davon die eine, die ich ständig zu verdrängen versuche? Ist die Verdrängung, die Leugnung, ein zeitgemäßer Umgang mit dem Werk des großen Inspirators Steiner (denn das ist er zweifelsohne auch!)?

Read all. It’s quite sensible. It’s one way of seeing things. Perhaps there are no ideal ways, but compared to sticking one’s head in the sand or blaming the world outside of anthroposophy, it is utterly sane.

Brüll’s take on things, obviously, will hold little appeal to those seasoned fanatics who appear to believe the sky will fall down if dear old Steiner does not epitomize cosmic perfection in absolutely every conceivable way. Or, for that matter, to anyone who needs Steiner to be nothing but a vile old racist.